"Ich war gerade in Hebron. Das ist für Palästinenser ein rechtsfreier Raum. Das ist ein Apartheid-Regime, für das es keinerlei Rechtfertigung gibt".
"...Aber die demütigende Form des Umgangs mit den Palästinensern in Hebron übertrifft einfach vieles, was man sonst in der Westbank erlebt. Und es verursacht selbst bei jemandem wie mir, der Israel unterstützt, wirklich großen Zorn. Und den habe ich versucht auszudrücken."
"Die Situation für die Palästinenser in Hebron ist in der Tat schrecklich. Faktisch werden ihnen elementare Bürgerrechte vorenthalten. Ich kann wirklich nur jedem empfehlen, dort mal hinzufahren und sich von den internationalen Beobachtern führen zu lassen. Auch Soldaten der israelischen Armee, die wir dort getroffen haben, finden die Verhältnisse unerträglich. Behinderten Kindern wird mit ihren Müttern der freie Ausgang aus ihrem Haus in den eigenen Stadtteil nicht gewährt, nur weil sie Palästinenser sind. Demgegenüber wird aus den USA stammenden Siedlern mit wirklich extremen politischen Ansichten gestattet, aus ihren Häusern Abfälle und gefährliche Gegenstände auf die palästinensische Bevölkerung zu werfen. All das - um nur einige Beispiele zu nennen - hat für die palästinensische Bevölkerung im Gebiet Hebron einen rechtsfreien Raum entstehen lassen. Die Berichte der internationalen und neutralen Beobachter (TIPH) machen schlicht und ergreifend zornig".
Sigmar Gabriel ist bekannt für seine oft unüberlegten Kommentare und Meinungswechseln.
Seine Äußerungen auf Facebook sollten uns aber dennoch zu denken geben.
Machen sie uns doch leider deutlich, was in vielen Menschen in diesem Land versteckt vorhanden ist - und ab und an dann doch "unkontrolliert" ausbricht.
Lieber Herr Gabriel,
natürlich ist die Lage in Hebron (wobei ja 80% von den Palästinensern frei verwaltet werden) alles andere als schön.
Fakt ist aber auch, daß ohne Militär kein Jude in Hebron leben könnte.
Fakt ist aber auch, daß ohne Militär kein Jude sich in Hebron frei bewegen könnte.
Es muß dringend eine Lösung gefunden werden. Denn der momentane Zustand macht niemand glücklich.
Ihre Kommentare sind aber völlig daneben und brandgefährlich.
So etwas hätte man Vertretern der Linkspartei zugetraut. Nicht aber den Vorsitzenden der SPD.
In Syrien werden unzählige Menschen abgeschlachtet.
Im Gazastreifen werden die Menschen tyrannisiert.
Und ein deutscher Politiker widment sich mal wieder lieber einem Thema zu, wo "schwarz und weiß" die Kommentierung einfacher machen...
Donnerstag, 15. März 2012
Mittwoch, 15. Februar 2012
Wulff und die deutsche Doppelmoral
Über Wulff darf man schimpfen. Alles ist erlaubt.
Jedes geschenkte Eis darf skandalisiert werden.
"So schlimm war es noch nie". "So etwas gab es früher nicht". "Wo bleibt die Moral". "Früher wären Politiker zurückgetreten". "Die Würde des Präsidentenamts ist beschädigt". "Eine Schande für das Bild Deutschlands im Ausland".
Die Kommentare gehen weiter.
Keine Frage: Das Verhalten von Wulff ist peinlich. Vor allem peinlich, aber eindeutig auch falsch. Vermutlich wäre ein Rücktritt das Beste.
Aber eines ist auch klar:
Früher war definitiv nicht alles besser.
Die Moral der Politiker war höher?
Hatten wir nicht ehemalige Nazi-Mörder in den ersten Reihen der Politik? Hatten wir nicht Bundespräsidenten, die an dem Massenmord in Rußland zumindest beteiligt waren? Hatten wir nicht Politiker, die bis 1945 stramme Nazis waren, bevor sie mir nichts Dir nichts "Demokraten" wurden?
Gibt es nicht auch ehemalige SED-Funktionäre und Stasi-Verbrecher, die heute noch aufrecht in deutschen Landtagen oder gar im Bundestag herumspazieren?
Also: bei allem Verständnis für die Aufregung über Wulff. Es gab und gibts Schlimmeres in diesem Lande!
Jedes geschenkte Eis darf skandalisiert werden.
"So schlimm war es noch nie". "So etwas gab es früher nicht". "Wo bleibt die Moral". "Früher wären Politiker zurückgetreten". "Die Würde des Präsidentenamts ist beschädigt". "Eine Schande für das Bild Deutschlands im Ausland".
Die Kommentare gehen weiter.
Keine Frage: Das Verhalten von Wulff ist peinlich. Vor allem peinlich, aber eindeutig auch falsch. Vermutlich wäre ein Rücktritt das Beste.
Aber eines ist auch klar:
Früher war definitiv nicht alles besser.
Die Moral der Politiker war höher?
Hatten wir nicht ehemalige Nazi-Mörder in den ersten Reihen der Politik? Hatten wir nicht Bundespräsidenten, die an dem Massenmord in Rußland zumindest beteiligt waren? Hatten wir nicht Politiker, die bis 1945 stramme Nazis waren, bevor sie mir nichts Dir nichts "Demokraten" wurden?
Gibt es nicht auch ehemalige SED-Funktionäre und Stasi-Verbrecher, die heute noch aufrecht in deutschen Landtagen oder gar im Bundestag herumspazieren?
Also: bei allem Verständnis für die Aufregung über Wulff. Es gab und gibts Schlimmeres in diesem Lande!
Donnerstag, 9. Februar 2012
Und wo bleibt der Aufschrei?
Man wiederholt sich.
Doch die täglichen Nachrichten aus Syrien machen einen fassungslos. Auch wenn man nichts anderes von diesem Regime erwartet hat.
Welcher normal denkender Mensch hat denn je Zweifel gehabt, daß Assad ein brutaler Mörder ist.
In Syrien werden 1000ende Menschen abgeschlachtet. Darunter auch viele Kinder und Frauen.
Es ist nicht nur ein Skandal, daß die UNO nichts machen kann - China und Rußland sei Dank.
Nein, es ist auch ein Skandal, wie ruhig es im guten alten Europa bleibt.
Wenn Israel bei einem Anti-Terror-Einsatz islamistische Terroristen töten muss, schreit halb Europa auf. In den Städten marschieren die Friedensbewegten,
in den Parlamenten werden Resolutionen beschlossen und natürlich darf die "arabische Solidarität" bzw. auch muslimische Solidarität nicht fehlen - wir erinnern uns an die Massendemonstrationen von Türken nach dem "Free-Gaza-Einsatz".
Nein, nichts in diese Richtung passiert.
Warten wir ab, daß Israel mal wieder ein Haus in der Westbank baut. Dann können wir wenigstens sicher sein, daß die Menschen erbost sind.
Was sind schon ein paar 1000 getötete arabische Zivilisten, wenn die Mörder auch Araber waren?
Es ist zum Kotzen.
Doch die täglichen Nachrichten aus Syrien machen einen fassungslos. Auch wenn man nichts anderes von diesem Regime erwartet hat.
Welcher normal denkender Mensch hat denn je Zweifel gehabt, daß Assad ein brutaler Mörder ist.
In Syrien werden 1000ende Menschen abgeschlachtet. Darunter auch viele Kinder und Frauen.
Es ist nicht nur ein Skandal, daß die UNO nichts machen kann - China und Rußland sei Dank.
Nein, es ist auch ein Skandal, wie ruhig es im guten alten Europa bleibt.
Wenn Israel bei einem Anti-Terror-Einsatz islamistische Terroristen töten muss, schreit halb Europa auf. In den Städten marschieren die Friedensbewegten,
in den Parlamenten werden Resolutionen beschlossen und natürlich darf die "arabische Solidarität" bzw. auch muslimische Solidarität nicht fehlen - wir erinnern uns an die Massendemonstrationen von Türken nach dem "Free-Gaza-Einsatz".
Nein, nichts in diese Richtung passiert.
Warten wir ab, daß Israel mal wieder ein Haus in der Westbank baut. Dann können wir wenigstens sicher sein, daß die Menschen erbost sind.
Was sind schon ein paar 1000 getötete arabische Zivilisten, wenn die Mörder auch Araber waren?
Es ist zum Kotzen.
Mittwoch, 18. Januar 2012
Die Glaubwürdigkeit der Europäischen Union
Europäische Werte.
Zur Zeit wird viel darüber geschrieben, nachdem "wir nun auch Präsident" sind.
Martin Schulz hat ja angekündigt, das Thema Europa wieder auf die Tagesagenda der Menschen setzen zu wollen.
Keine Frage.
Das Projekt Europa hat auch uns Juden ein relativ angenehmes Leben ermöglicht.
Auch die Osterweiterung der EU war richtig - doch sie geschah halbherzig und nicht konsequent genug.
Interessant ist doch vor allem eines:
die EU mit ihren Institutionen fühlt sich doch moralisch immer allen anderen Staaten überlegen. Wir kennen beispielsweise wirklich seltsame Entscheidungen oder Erklärungen zur Politik von Israel oder von den USA.
Doch wie ernst nimmt es die Europäische Union eigentlich mit der eigenen Moral?
Was tut sie beispielsweise gegen die dramatische Situation vieler Roma und Sinti in den osteuropäischen EU-Staaten - wobei es in Frankreich auch nicht gerade gut aussieht.
Auch der Fall Ungarn macht einiges deutlich:
wieso reagiert eigentlich die EU erst jetzt - nach dem die nationalistische Regierung Orbán u.a. die Unabhängigkeit der ungarischen Nationalbank angreift?
War da nicht auch etwas mit dem Pressegesetz? Mit der Diskriminierung von Minderheiten? Mit Neonazisaufmärschen in Budapest?
Komisch, daß die EU letztendlich doch nur handelt, wenn wirtschaftliche Folgen drohen.
So viel zur Glaubwürdigkeit der "alten Welt".
Zur Zeit wird viel darüber geschrieben, nachdem "wir nun auch Präsident" sind.
Martin Schulz hat ja angekündigt, das Thema Europa wieder auf die Tagesagenda der Menschen setzen zu wollen.
Keine Frage.
Das Projekt Europa hat auch uns Juden ein relativ angenehmes Leben ermöglicht.
Auch die Osterweiterung der EU war richtig - doch sie geschah halbherzig und nicht konsequent genug.
Interessant ist doch vor allem eines:
die EU mit ihren Institutionen fühlt sich doch moralisch immer allen anderen Staaten überlegen. Wir kennen beispielsweise wirklich seltsame Entscheidungen oder Erklärungen zur Politik von Israel oder von den USA.
Doch wie ernst nimmt es die Europäische Union eigentlich mit der eigenen Moral?
Was tut sie beispielsweise gegen die dramatische Situation vieler Roma und Sinti in den osteuropäischen EU-Staaten - wobei es in Frankreich auch nicht gerade gut aussieht.
Auch der Fall Ungarn macht einiges deutlich:
wieso reagiert eigentlich die EU erst jetzt - nach dem die nationalistische Regierung Orbán u.a. die Unabhängigkeit der ungarischen Nationalbank angreift?
War da nicht auch etwas mit dem Pressegesetz? Mit der Diskriminierung von Minderheiten? Mit Neonazisaufmärschen in Budapest?
Komisch, daß die EU letztendlich doch nur handelt, wenn wirtschaftliche Folgen drohen.
So viel zur Glaubwürdigkeit der "alten Welt".
Dienstag, 27. Dezember 2011
Ruprecht Polenz - ist das die CDU?
Man sollte nicht alles ernst nehmen.
Man sollte vieles ignorieren, um es überhaupt aushalten zu können. Aushalten zu können in diesem Land.
Viele von uns kennen es.
Wir würden nie Mitglied der CDU werden. Aber wenn es um Israel geht, wissen wir letztendlich alle, auf die Union ist Verlaß.
Wir denken, daß wir ihnen vertrauen können.
Doch schaut man sich Ruprecht Polenz an,
ist man sich dieser Sache nicht mehr wirklich sicher.
Polenz ist immerhin Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Deutschen Bundestags.
Wirft man heute einen Blick auf sein Facebookprofil, staunt man nicht schlecht:
Polenz postet:
"Israels Präsident Schimon Peres hat seine Landsleute aufgerufen, religiöse Fanatiker in die Schranken zu weisen. Hintergrund ist der eskalierende Streit um die von ultra-orthodoxen Juden geforderte Geschlechtertrennung in der Öffentlichkeit".
Dazu einen Artikel aus - natürlich - der Süddeutschen Zeitung.
So weit so gut. Aber schauen wir uns die Kommentare seiner Facebookfreunde an:
Emre Avaroğlu: "Das Problem war auch nie das Judentum. Das Problem ist der Zionismus!", 8x Gefällt mir
Thomas-Erich Class: "10 Prozent Ultrafundentis bestimmen den israelischen Kurs........und das noch nach suedafrikanischen Kolonialprinzipien, wo leben die denn?", 3x Gefällt mir
Das sind nur zwei Beispiele.
Wie kann es sein, daß solche Kommentare stundenlag auf seinem Profil zu lesen sind?
Wie kann es sein, daß solche Kommentare von vielen Leuten "geliked" werden?
Man spricht viel über ein Verbot der NPD.
Doch schaut man sich diesen Haß an, merkt man schnell, daß der Haß mittlerweile schon längst in der Mitte der Gesellschaft etabliert ist.
Wieso dann bitte noch ein Verbot der NPD?
Man sollte vieles ignorieren, um es überhaupt aushalten zu können. Aushalten zu können in diesem Land.
Viele von uns kennen es.
Wir würden nie Mitglied der CDU werden. Aber wenn es um Israel geht, wissen wir letztendlich alle, auf die Union ist Verlaß.
Wir denken, daß wir ihnen vertrauen können.
Doch schaut man sich Ruprecht Polenz an,
ist man sich dieser Sache nicht mehr wirklich sicher.
Polenz ist immerhin Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Deutschen Bundestags.
Wirft man heute einen Blick auf sein Facebookprofil, staunt man nicht schlecht:
Polenz postet:
"Israels Präsident Schimon Peres hat seine Landsleute aufgerufen, religiöse Fanatiker in die Schranken zu weisen. Hintergrund ist der eskalierende Streit um die von ultra-orthodoxen Juden geforderte Geschlechtertrennung in der Öffentlichkeit".
Dazu einen Artikel aus - natürlich - der Süddeutschen Zeitung.
So weit so gut. Aber schauen wir uns die Kommentare seiner Facebookfreunde an:
Emre Avaroğlu: "Das Problem war auch nie das Judentum. Das Problem ist der Zionismus!", 8x Gefällt mir
Thomas-Erich Class: "10 Prozent Ultrafundentis bestimmen den israelischen Kurs........und das noch nach suedafrikanischen Kolonialprinzipien, wo leben die denn?", 3x Gefällt mir
Das sind nur zwei Beispiele.
Wie kann es sein, daß solche Kommentare stundenlag auf seinem Profil zu lesen sind?
Wie kann es sein, daß solche Kommentare von vielen Leuten "geliked" werden?
Man spricht viel über ein Verbot der NPD.
Doch schaut man sich diesen Haß an, merkt man schnell, daß der Haß mittlerweile schon längst in der Mitte der Gesellschaft etabliert ist.
Wieso dann bitte noch ein Verbot der NPD?
Freitag, 23. Dezember 2011
Seltsame Symbolik

Wir müssen nicht alles verstehen.
Ein Bundesentwicklungsminister, der mit einer Armeemütze in Afrika flanieren geht.
Und ein Bundesverteidigungsminister, der anscheinend nicht versteht, daß dieser Schal kein Modeaccessoir ist.
Was soll man da noch sagen über eine First Lady, die auch mal einen Schleier trägt.
In diesem Sinne:
chag sameach
Frohe Weihnachten
und ein gutes neues Jahr 2012
Mittwoch, 23. November 2011
Kreisler -
Georg Kreisler.
Er wird uns fehlen.
Oder wer außer ihm kann uns Juden so gut beschreiben:
http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=PaHP8gJfXAI
Er wird uns fehlen.
Oder wer außer ihm kann uns Juden so gut beschreiben:
http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=PaHP8gJfXAI
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