Donnerstag, 23. Mai 2013

Deutsche Regierung schließt sich antiisraelisches Agieren an.

Von "Boykottiert Waren aus den besetzten Gebieten" bis "Boykottiert Waren aus Israel" bis "Kauft nicht bei Juden" ist es kein großer Schritt. Nein, es ist die gleiche Intention. Schließlich boykottiert der deutsche Gutmensch, der aus Gewissensgründen keine Produkte aus den "Siedlungen" kaufen kann, auch nicht sein Auto (saudi-arabisches Öl?), seine Heizung (russisches Gas?) oder seine Digitalcamera (made in China, dem Paradis der Menschenrechte), mit der er so gerne schöne Fotos schießt bei seinem Ökourlaub in der Toskana. Die Grünen scheinen den Weg zu einer neuen deutschen Israelpolitik freigemacht zu haben (siehe auch: http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/16006), denn nun kann sich anscheinend sogar die Bundesregierung vorstellen, ihre bisherige, richtige, Position zu ändern (siehe auch http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2013-05/26907986-bundesregierung-fordert-von-israel-zutreffende-herkunftsbezeichnungen-003.htm). Die Grünen - sie setzen sich eben nicht nur gegen Zigarettenautomaten ein, sondern auch schön gegen Israel. Ob es deswegen Austritte aus dieser Partei gibt - warten wir es ab. Machen wir uns nichts vor. Die Stimmung gegen Israel wird immer schlechter. Und aggressiver. Schließlich gibt es ja anscheinend einen Konsens: ohne Israel ginge es der Welt besser. Vermutlich würde es ohne Israel weder eine Finanzkrise, noch AIDS oder Krebs geben.

Mittwoch, 8. Mai 2013

Verkehrte Welt

Ronald S. Lauder hat sich entschuldigt. Beim ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban!!! Schließlich habe sich dieser in einem Interview mit einer israelischen Tageszeitung von der rechtsextremen Jobbik-Bewegung distanziert. Die Situation in Ungarn in katastrophal: nicht nur gegen uns Juden, sondern auch gegen andere Minderheiten wird fröhlich gehetzt. Orban verändert den Staat so, wie es ihm paßt. Mit einer bequemen 2/3-Mehrheit kann er fast machen was er möchte. Nicht nur Jobbik ist das Problem - sondern die ungarische Regierung, die Hass sät. An ungarischen Universitäten werden jüdische Studenten und Professoren gemobbt, viele Juden trauen sich nicht als Juden zu outen. Und was macht der Jüdische Weltkongreß: er tagt in Budapest als Zeichen gegen den Antisemitismus. Das wird die dortigen Nazis sehr beeindrucken. Auch wenn Westerwelle eine gute Rede gehalten hat: die Frage ist doch: was macht er? Was macht die deutsche Regierung gegen das Treiben Ungarns, immerhin ein Mitgliedsstaat der EU? Nichts. Nichts, was etwas verändern würde. Lauders Entschuldigung ist lächerlich. Sie ist ein Schlag ins Gesicht derjeniger, die in Ungarn momentan leiden müssen. Denn Orban könnte umgehend an dieser Situation etwas ändern. Das deutliche Zeichen, das der Weltkongreß setzen wollte, ist deutlich mißglückt. So sehen keine Helden aus, sondern Tucheskriecher, die man nicht ernst nehmen kann. Leider.

Dienstag, 7. Mai 2013

Stephen Hawking

Stephen Hawking sagt seinen Israelbesuch ab und schließt sich den beliebten Israelboykott an. (http://www.guardian.co.uk/world/2013/may/08/stephen-hawking-israel-academic-boycott). Man muß blind sein, wenn man diese gefährliche Entwicklung nicht sieht. Während die Welt zum Unrecht in Syrien schweigt, kein Mensch Waren aus China, Öl aus Saudi-Arabien oder Gas aus Rußland boykottiert, die Menschen fröhlich in Budapest Urlaub machen oder sich ihren ALL-Inclusiv-Urlaub auf der Folterinsel Kuba nicht verderben lassen wollen, scheint man sich hier einig: Boykottiert den Jüdischen Staat. Am 8. Mai 1945 wurde Europa vom Faschismus befreit. In den Köpfen lebt der Antisemitismus aber fröhlich weiter. Immer offensichtlicher. Immer stärker.

Montag, 29. April 2013

Juden gegen Deutschland

Ja. Wir sind eine große Gefahr für dieses Land. Zwar sind wir nur maximal noch 200 000 in diesem Land, zu den Gründen müssen wir ja nichts sagen, aber dennoch halten 19 Prozent der Deutschen das Judentum für eine Bedrohung. 200 000 gegen 82 000 000! Zumal die Zeitungen voll sind mit Geschichten über jüdische Terroristen, jüdische Verbrecherbanden, jüdischen Extremismus und jüdische Parteien, die an die Macht streben! Liebe Teutonen: paßt also auf!

Freitag, 12. April 2013

Auch Dummheit kann man plagiieren

Wir erinnern uns an die großen Demonstrationen in Frankreich. Diese fanden ja nicht statt, um gegen die fatale wirtschaftliche Lage zu protestieren, nein, sie fanden gegen die Einführung der "Homo-Ehe" statt. Das ganze Land geht dem Bach herunter, aber anscheinend haben mehr Menschen Angst vor Menschenrechten als vor wirtschaftlicher Stagnation. Eine sehr unrühmliche Rolle für uns Juden spielte hier Frankreichs Oberrabbiner. Uns Juden ging es immer gut in fortschrittlichen, modernen Gesellschaften. Gesellschaften, in denen die Menschenrechte geachtet werden. Daß ausgerechnet der höchste jüdische Vertreter sich auf die Seite der Gegner gestellt hat, war peinlich und dumm. Noch dümmer ist es aber, wenn man wie Bernheim ein Pamphlet gegen die Homo-Ehe veröffentlicht und damit zum jüdischen Kronzeugen gegen die Gleichberechtigung wird - selbst der Papst hat aus diesem Pamphlet zitiert - diese Schrift aber von einem Priester (!!!) zum größten Teil abgeschrieben hat. Der Rücktritt von Bernheim tut gut. Allerdings richtet er immensen Schaden für Frankreichs Juden an. Gerade in Zeiten von wachsendem Antisemitismus und extremem Israelhass brauchen wir eine starke jüdische Vertretung. Und diese sollte sich lieber für eine starke jüdische Gemeinschaft, für Israel und gegen Antisemitismus einsetzen, als einen Kulturkampf von gestern zu führen - auf Seite derer, die heute gegen Schwule und Lesben hetzen und morgen gegen Juden. Frankreich und auch die französischen Juden werden kaum von Lesben oder Schwulen bedroht. Sondern von Islamisten und Rechtsradikalen. Oder haben wir schon je von einem antisemitischen Übergriff von lesbischen oder schwulen Eltern gehört? Siehe auch: http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/europa/frankreich-meditationen-aus-fremder-feder-12145392.html

Donnerstag, 21. März 2013

Alle waren Opfer.

Es sagt schon viel über die politische Kultur einer Gesellschaft aus, wenn ein ZDF-Dreiteiler eine gesellschaftliche Debatte über die Vergangenenheit auslöst. Waren die deutschen Soldaten wirklich so brutal? So eine Frage im Jahr 2013! So eine Frage nach zig-Millionen Toten durch den durch Deutschland ausgelösten Krieg! So eine Frage nach den Verbrechen des Vernichtungskriegs, an dem die Wehrmacht maßgeblich beteiligt war! Aber schaut man sich die Debatte an, so lernt man schnell etwas dazu: Letztendlich waren doch alle Opfer. Das scheint in Deutschland des Jahres 2013 Konsens zu werden. Oder, es gibt auch die, die einen Schritt weiter gehen. Wie Arnulf Baring. Der in einer Talk-Show darauf hinweisen muß, dass auch Juden Täter gewesen seien, schließlich haben auch "Juden Juden verraten". "Auf allen Seiten gab es Täter und Opfer". Warten wir ab, bis der Deutsche Bundestag ein Denkmal für die deutschen Opfer bauen wird. Möglichst zentral. Denn waren die Deutschen nicht die ersten Opfer der von ihr gewählten Hitler-Regierung? Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man sich fast totlachen.

Mittwoch, 20. März 2013

Die Süddeutsche und die Kleinvölker

Der Nahost-Korrespondent der Süddeutschen Peter Münch berichtet natürlich ausführlich über den Besuch von Obama in Israel. Wie er über alles berichtet, was in Israel passiert. Er schafft es dabei, kein Klischee auszulassen. Koalitionsverhandlungen in Israel: natürlich findet dort das berühmte Geschachere statt. Juden eben. Die schachern eben gerne. Würde die Süddeutsche das auch nach der Bundestagswahl schreiben? Nein, die kultivierten Deutschen verhandeln mit Sicherheit, statt zu schachern. Koalitionsverhandlungen. Nicht Koalitionsgeschachere. Also Bitte! Wir sprechen über Berlin! Doch was schreibt Münch heute: "Der Präsident der USA hat nicht nur die Macht, sondern auch die Pflicht, zwei streitende Kleinvölker zum Kompromiss zu bringen". Kleinvölker. Interessant. Aber wieso widmet sich die Süddeutsche dann täglich jenem unbeliebten Kleinvolk und macht alles zum Skandal, was dort auch geschieht? Vielleicht sollten sie Münch aus Israel zurückziehen. Soll er doch über das Volk der Bayern berichten. Und uns in Ruhe lassen. Dieses Kleinvolk verdient doch keinen eigenen Korrespondent, Herr Münch. Dann wären Sie doch auch nur ein Lokalreporter. Und ein ziemlich schlechter dazu.