Samstag, 17. Januar 2015

Das Ende der Illusion

Wenn man es sich in einer Seifenbläse bequem gemacht hat, sollte man sich nicht wundern, wenn man hart auf dem Asphalt aufschlägt. Der Anschlag auf Charlie Hebdo und auf den kosheren Supermarkt war doch nur das Tröpfchen, das das Faß zum überlaufen gebracht hat. Schon seit Wochen häuften sich in Frankreich antisemitische Vorfälle und Übergriffe. Auch in Deutschland - nach der Beschneidungsdebatte, während der uns die deutsche Mittelschicht, die "Mitte" der Gesellschaft, uns gezeigt hat, dass wir in diesem Land nicht willkommen sind, folgte im Sommer die antisemitischen Demonstrationen, während der uns viele Muslime gezeigt haben, was sie von uns und von unserer Präsenz in diesem Land halten: nämlich nichts. Auf deutschen Straßen, auf dem Kudamm, war es wieder möglich, uns den Tod zu wünschen - ohne das wirklich etwas passierte. An die Polizei vor unseren Synagogen haben wir uns schon längst gewöhnt. So wächst man als Jude in Deutschland auf. Dass unsere Schulen bewacht werden müssen, dass Friedhöfe eben ab und an geschändet werden, dass man wegen Israel bei der Arbeit oder in der Kneipe dumm von der Seite angemacht wird: geschenkt. Nein, wir gehören schließlich zu Deutschland. Zu Europa. Doch nach Paris muß auch den blindesten von uns ein Licht aufgegangen sein. Wir haben in Europa anscheinend keine Zukunft. Seien wir doch mal ehrlich. Jahrelang haben wir darüber philosophiert, "dass die Koffer ausgepackt" seien, dass wir in Deutschland zuhause seien. Doch können wir unseren Kindern eine einzige Frage ehrlich beantworten: wenn wir tatsächlich ein Teil dieses Landes sind: wieso können wir dann nicht in der S-Bahn oder in der U-Bahn so selbstverständlich eine Kippa tragen wir eine Muslima ein Kopftuch tragen kann? Los: laßt uns diese Frage beantworten. In Frankreich werden Juden getötet, weil sie Juden sind, und man debattiert anschließend über Islamophobie. In Frankreich werden die Besitzer von kosheren Geschäften aufgefordert, ihre Geschäfte zuschließen, in Belgien mussten am Freitag die Schüler jüdscher Schulen zuhause bleiben - und was passiert? Wo bleibt der Aufschrei? Man stelle sich vor, wie groß der Protest wäre, würden in Paris die Besitzer von arabischen oder muslimischen Geschäften aufgefordert, aus Sicherheitsgründen ihre Geschäfte für einen Tag zu schließen. Vielleicht können wir auch von "den" Muslimen etwas lernen... Wir müssen alle aufpassen, nicht zu paschaulisieren. Nicht die Muslime. Nicht die Araber. Dabei wäre es sehr hilfreich, wenn es wenigstens EINE Demonstration von Muslimen geben würde, gegen den mörderischen Antisemitismus der Islamisten. Wenn beim Al-Kuds-Tag Tausende von Muslimen auf die Straße gehen können, wenn wegen eines Gaza-Konflikts Tausende von Muslimen aus Solidarität zu den Palästinensern auf die Straße gehen können, dann müsste es doch auch kein Problem sein, dass Tausende Muslime auf die Straße gehen, um gegen die Islamisten zu demonstrieren, die sich anscheinend ohne Recht auf den Islam berufen. EINE einzige Demo würde schon helfen. Und nicht eine Demo, wie am Brandenburger Tor, wo man Muslime gezielt suchen mußte..

Mittwoch, 4. Dezember 2013

Antisemitismus - kein Problem!

"...Nun gibt es natürlich in Deutschland Menschen, die wollen das nicht (Solidarität mit Israel), weil sie Antisemiten sind. Das ist aber unser geringstes Problem. Die Zahl der Antisemiten bei den Deutschen ist relativ gering. Aber wenn wir in Berlin und in großen Ballungszentren leben, haben wir eine andere Wurzel des Antisemitismus, und das ist der arabische Antisemitismus..." Martin Walser? Günter Grass? Nein. Bundespräsident Joachim Gauck. Nein, auch sagte er das nicht auf einem Vertriebenentreffen, sondern auf dem "Gemeindetag" des Zentralrats! Und was passierte? Nichts. Graumann hätte ihm fast noch die Schuhe geputzt. Die Mehrzahl der Gäste applaudierten. Jungs, Mädels, wieso haben wir dann eigentlich noch Securitys vor unseren Schulen, vor unseren Kindergärten? Wieso laufen wir denn dann lieber ohne Kippa auf dem Kopf nach Hause? Wieso werden unsere Friedhöfe bewacht? Ja, nur wegen den Arabern? Zumindest das NSU-Trio sieht nicht sehr arabisch aus.

Mittwoch, 13. November 2013

Worüber nicht berichtet wird....

Eden Atias, 18 Jahre alt, ermordet in Afula am 13. November 2013. Wie war das noch einmal, bei allen 9. November Veranstaltungen: nie wieder? Was bringen weiße Rosen am Gleis 17 in Grunewald, wenn sich in den Köpfen nichts ändert? Nichts.

Freitag, 25. Oktober 2013

Zigeuner klauen Kinder.

Nicht umsonst wurden die Kinder von der Straße geholt, wenn "Zigeuner" unterwegs waren. Sie klauen, sie brechen ein, sie entführen Kinder. Vor allem haben sie es auf die deutschen Kinder abgesehen. Engel. Blond. Blaue Augen. Keine Frage. Die Causa Maria / Griechenland muß aufgeklärt werden. Aber was hat das bitte schön mit Romas zu tun - nur, weil die Beschuldigten zufällig Romas sind? Hätte die Presse auch so massiv darüber berichtet, wenn das Kind schwarzhaarig wäre - und die Eltern Deutsche? Eine neue Hetzwelle schwemmt über Europa. Mal wieder sind die Romas Schuld. In Irland nimmt die Polizei nach Denunziationen Eltern ihre Kinder weg. Die Kinder sahen wohl zu arisch aus. Nur Pech gehabt, dass die DNA bestätitgt, dass es doch die eigenen Kinder waren. Seit Jahrzehnten wird gegen Romas und Sintis gehetzt - wieso soll man sich dann wundern, wenn die Stimmung kippt? Oder was singen die blondhaarigen Kinder so gerne im Kindergarten: Lustig ist das Zigeunerleben, faria, faria, ho. Brauchen dem Kaiser kein Zins zu geben, faria, faria, ho. Lustig ist es im Grünen Wald, wo des Zigeuners Aufenthalt... faria,faria, faria,faria, faria,faria, ho. Soll´t uns einmal der Hunger plagen, faria,faria, ho. Tun wir uns ein Hirschlein jagen, faria,faria, ho. Hirschlein nimmt dich wohl in Acht, wenn des Jägers Büchse kracht... Soll´t uns einmal der Durst sehr quälen, faria,faria, ho. gehen wir hin zu Wasserquellen, faria,faria, ho. Trinken Wasser wie Moselwein, meinen es dürfte Champagner sein... Wenn wir auch kein Federbett haben, faria,faria, ho. Tun wir uns ein Loch ausgraben, faria,faria, ho. legen Moos und Reisig nein, das soll uns ein Feldbett sein... Worte und Weise mündlich überliefert In diesem Sinne. Shabbat shalom.

Sonntag, 25. August 2013

Fakten.

Über die Tötung von Osama Bin Laden haben sich die Deutschen mehr aufgeregt als über die unzähligen und abertausenden Toten aus Syrien oder Ägypten. Gegen die Tötung von türkischen Terroristen im Rahmen der "Free-Gaza-Flottille" sind mehr Menschen auf die Straße gegangen als gegen die angeblichen Giftgas-Einsätze in Syrien. Das sagt doch alles aus.

Donnerstag, 15. August 2013

Europäische Werte

Die Europäer sind überzeugt, dass sie der Nabel der Welt sind. Moral, Ethik - Europa ist Spitzenreiter. Während in Syrien ein gewaltiger Massenmord stattfindet, reist beispielsweise ein deutscher Außenminister nach Israel und in die palästinensischen Gebiete. Man ist mal wieder besorgt. Ja, wegen des israelisch-palästinensischen Konflikts. Israel will Wohnungen bauen - ein Verbrechen! Wohnungsnot in Tel Aviv - ein Verbrechen! Natürlich sagt Westerwelle in Ramallah weitere Gelder zu. Schließlich müssen die "Flüchtlinge" ja weiter finanziert werden. In Ägypten werden an einem Tag mal schnell ein paar Hundert Menschen getötet. Na und? Demos in Europa? Eine gemeinsame Resolition aller Parteien des Bundestags (wir erinnern uns an die Gaza-Flottille!)? - nichts. rien. nothing. Das ist Europa.

Freitag, 26. Juli 2013

Böse Sexisten und die guten Vergewaltiger?

Wir erinnern uns an Brüderle und an den Aufschrei? Ein alter Mann, der spätnachts dumme Sprüche zu einer Frau sagt. Eigentlich nicht der Rede wert. Es wurde niemand angefasst. Niemand beleidigt. Höchstens etwas zu nahe getreten - aber angesichts der Masse an bösen Sprüchen, die wir jeden Tag hören: nebbich. Aber der Aufschrei, der war groß. Brüderle muss zurücktreten - keine Macht den Sexisten! Wir erinnern uns. Sommer 2013. Berlin. Ein Flüchtlingscamp in Kreuzberg. Ein Haus wird besetzt. Natürlich helfen genug Freiwillige mit. Ist ja für eine gute Sache. Anscheinend werden dort drei Frauen vergewaltigt. Eine traut sich, im Internet davon zu berichten: http://de.indymedia.org/2013/05/345257.shtml?c=on#c784514 Darauf hin sagt der Sprecher des Camps: "Jede Frau, die hier nachts reingeht, muss damit rechnen, vergewaltigt zu werden.“ (siehe auch: http://www.bild.de/regional/berlin/berlin/vergewaltigung-im-fluechtlingscamp-31510958.bild.html). Aufschrei? Nein? Die Grünen in Kreuzberg? Nix zu hören. Die Gutmenschen? Vermutlich gerade mit der ZEIT am Strand in der Toscana. Solidarität? Ja, mit den Tätern. Zitat: "was dir passiert ist, is absolut scheisse und dass du im nachhinein keine unterstützung bekommen hast auch. allerdings ist deine darstellung sehr gut für rassistische stimmungsmache geeignet und da hätte ich von dir als ex-unterstützerin mehr respekt vor der bewegung und all den menschen erwartet, die im camp, in der schule und in anderen politischen orten gegen sexismus kämpfen" (siehe auch: http://de.indymedia.org/2013/05/345257.shtml?c=on#c784514). Aha. Können wir das so zusammenfassen: Der alte Mann, der nachts an der Bar einer Frau plumpe Komplimente macht: Sexist! Ein Mann, der eine Frau, die ihn eigentlich helfen wollte, anscheinend vergewaltigt: ein Opfer? Sorry, das wird mir zu kompliziert. Ich hätte von den Gutmenschen, von den Grünen in Kreuzberg ein deutliches Signal gewünscht: nämlich: wer in Deutschland Aysl möchte, soll sich an unser Grundgesetz und an die Menschenrechte, die er für sich selbst einfordert, bitte schön auch selbst halten. Sonst kann er doch bitte in Saudi-Arabien Asyl beantragen.